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Bei Osterhagen gibt es eine bizarre Felsformation, die heute „Römerstein“ genannt wird. Nicht weit davon entfernt, bei Bad Sachsa, liegt der Sachsenstein. Ein Stück weiter, bei Rhumspringe, entspringt die Rhumequelle, eine der größten Quellen Europas. Von diesen drei „Naturwundern“ erzählt die folgende Sage.
In grauer Vorzeit soll in dieser Region ein Riesengeschlecht geherrscht haben. In dem weißen Sachsenstein bei Sachsa wohnte zu jener Zeit aber ein Zwergenkönig mit seiner Familie. Die Riesen fürchteten sich vor den Harzgeistern und schleppten riesige schwarze Felsen heran. Die türmten sie zu einer riesigen Felsenburg auf, deren Reste heute als Römersteine bezeichnet werden.

Grafik von Lisa BergDie Riesen hatten einen Sohn, der Romar hieß und ein blühender Jüngling war. Eines Tages war Romar in den umliegenden Wäldern unterwegs um Hirsch oder Eber zu erlegen. Die Sonne durchströmte das Laub der Bäume, ein milder Wind wehte und tausendfach ließen die Vögel ihre lieblichen Stimmen erklingen. Langsam, in alle Richtungen lauschend, schritt der Riesenjüngling durchs dichte Geäst. Plötzlich stand er vor einem hübschen Mädchen, welches ausgestreckt auf weichem Moos lag und schlummerte. Still blieb er stehen und schaute sie an, bis sie die Augen öffnete. Als das Mädchen den riesigen Fremden gewahr wurde, stieß sie einen Angstschrei aus und lief pfeilgeschwind auf und davon, in die Tiefen des Waldes. Einen Augenblick stand Romar wie angewurzelt da, dann aber, sich seiner Schnelligkeit bewusst, eilte er der Schönen hinterdrein. Schon nach kurzer Zeit gelang es ihm die fliehende einzuholen und festzuhalten. Da flehte die Schöne um ihre Freiheit, der Jüngling beruhigte sie aber mit treuherzigem Blick und lieben Worten. Da fand auch das Mädchen Gefallen an dem Jüngling. Romar erkundigte sich nach ihrer Herkunft und war recht erschrocken, als er erfuhr, dass seine Angebetete ein Nixe war und die Tochter des feindlich gesinnten Zwergenkönigs. Und er erfuhr auch, dass sie Ruma hieß und den benachbarten Teich bewohnte.

Romar war verzweifelt! Die Nixe Ruma aber beruhigte ihn und sprach: „Ich bin meines Vaters Lieblingskind und er hat mir noch nie einen Wunsch abgeschlagen, so wird er gewiss auf meine Bitte zu unserer Verbindung nichts einwenden.“.

Der Berggeist aber weilte für lange Zeit in anderen Gegenden und so beschlossen die beiden Verliebten den ewigen Bund ohne seine Zustimmung zu schließen. Lange Zeit war vergangen und das Paar hatte inzwischen einen Sohn bekommen. Eines Tages, die drei schlummerten im Schatten einer uralten Eiche, kam der Vater der Nixe zurück und wollte seine Tochter besuchen. Was er sah, verschlug ihm den Atem und verkündete ihm, was in seiner Abwesenheit geschehen war. Ein markerschütternder Zorneslaut drang über seine Lippen und weckte die Schlafenden.

Erschrocken blickte Ruma auf ihren Vater und versuchte ihm alles zu erklären und seine Genehmigung nachträglich einzuholen. Und auch Romar versuchte mit freundlichen Worten den wütenden Alten zu besänftigen. Der aber wollte keinen Frieden, mit einem Wink rief er viele schwer bewaffnete Zwerge, die seine Tochter und das Kind fortführten. Und Roman wurde von Zwergenscharen bedrängt, gegen die er auch mit seiner Urkraft nicht ankam. Aus zahlreichen Wunden blutend, schaffte er es auf seine Riesenburg.
Der Zwergenkönig bedrängte nun seine Tochter unablässig die Verbindung zu lösen. Die aber hielt an ihrer Liebe fest und lies sich nicht umstimmen. Da ergriff der vor Zorn bebende König das unschuldige Kind und schmetterte es gegen eine Felswand und fluchte grässlich. Seine Tochter aber sperrte er in eine Höhle, lies diese verschließen und ging hohnlachend davon.

Die Nixe Ruma, die Unglückliche, versuchte alles, um aus der Höhle zu kommen. Aber die wurde von boshaften Kobolden bewacht. Auch setzte sie ihre Zauberkräfte ein und verursachte dadurch zahlreiche Erdfälle. Aber stets bemerkte der wachsame Vater ihr Tun und schmetterte sie ins Dunkel der Erde zurück.
Nach vielen Jahren schaffte Ruma, dank ihrer Zauberkräfte und ihrem unbändigen Willen, das Einflussgebiet ihres Vaters zu verlassen und als ergiebig sprudelnder Quell am Tageslicht zu entspringen. Mit diesem Quell füllte sie den Teich, der ihr alter Wohnsitz war, um wieder mit ihrem Geliebten zusammen zu sein. So lange Romar lebte, kam er jeden Tag zu Quelle und Teich, um bei seiner Ruma zu sein.

Die Höhle, in der sie so lange eingesperrt war und in der sie so viele Tränen vergossen hatte, wurde fortan „Weingartenhöhle“ genannt. Noch heute droht dort Gefahr von gewaltigen Erdfällen und man hört das Rauschen des unterirdischen Gewässers, das den Weg der Nixe anzeigt. Die mächtige Quelle wurde der treuliebenden Nixe Ruma zu Ehren „Rhumequelle“ genannt und die Siedlung an der Quelle erhielt den Namen Rhumspringe. Auch soll sich noch heute mitunter das Wasser der Quelle von der blutgetränkten Erde des erschlagenen Kindes rot färben.   


gezeichnet von Lisa Berg

 
Sagen, Mythen und Legenden aus dem Harz, Bd. 2
Bernd Sternal (Autor), Lisa Berg (Autor + Zeichnungen)
Sagen, Mythen und Legenden - Band 2Mythen, Sagen und Legenden prägen den Harz wie kaum etwas anderes, wir begegnen ihnen auf Schritt und Tritt. Sie berichten von geschichtlichen Ereignissen oder einfach nur vom Leben der Menschen. Sie entstanden zu Zeiten, wo Schreiben und Lesen Adel und Kirche vorbehalten waren. Darum wurden sie mündlich überliefert, von Generation zu Generation.

Wir haben sie gesammelt, ihnen ein modernes Kleid geschneidert und sie farbig illustriert. Um sie zu erhalten und weiter zu überliefern, denn leider sind Erzählstunden nicht mehr all zu modern. Vielleicht gefallen ihnen ja unsere Harzer „Geschichten“ aus alter Zeit und sie erzählen sie ihren Kindern und Enkeln weiter?

Gebundene Ausgabe: 29,90 €
144 Seiten mit 42 farbigen Illustrationen

Taschenbuch: 14,99 €
144 Seiten mit 42 schwarz-weiß Illustrationen

 
 
 
   

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