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Titel

Heute ist dieser Teich, der mitten in dichtem Walde liegt, gut zugänglich. Ein Waldweg führt vorbei und die Selketalbahn fährt an seinem Ufer entlang.

Dies war zu  jener Zeit, nach der Gründung des Gernröder Stifts um 963, ganz anders. Kaum jemand verirrte sich in diese schwerzugängliche Gegend.

Damals sprach es sich herum, dass die hohe, vielgeliebte Äbtissin Hathui diesen Teich als stillen Rückzugsort nutze. Der Teich entwickelte sich zum regionalen Wallfahrtsort, konnte man dort doch die fürstliche Frau mit dem guten Herzen, die den weltlichen Versuchungen entsagt hatte, antreffen. Jeder Kranke fand Trost und Hilfe bei dieser selbstlosen Gottesdienerin und wo sie Elend lindern konnte, da tat sie es.

Grafik von Lisa BergEines Tages wurde Hathui krank und musste das Bett hüten. Da trat eine Nonne ein und berichtete ihr von einer schwerkranken Frau, die dem Tode nah sei und sich nach der Äbtissin sehne. Da wurde es der kranken Hathui Bange. Sie dachte daran, wie nötig sie sei am Bett der Ärmsten, die sündenbeladen durchs Leben gegangen war und nun keine Ruhe fand, trotz Beichte und Abendmahl. Es hielt sie nicht länger im Bett. Sie stand auf, kleidete sich warm an und eilte zur Hütte der Kranken, so schnell es ihre geschwächten Beine hergaben.

Mit ihren Gebeten und ihrer unerschütterlichen Zuversicht gelang es ihr, die Kranke zu trösten und sie auf den bevorstehenden Tod vorzubereiten. Und als sie gegen Morgen in Hathuis Armen gestorben war, schlich die kranke Äbtissin zurück auf ihr Lager. Fieberschauer schüttelten sie und schwarze Schatten legten sich über ihre Augen. Mit unerschütterlichem Glauben eilte ihre Seele dem Himmel entgegen. Es war gegen Mittag, die Stunde, in der sie sonst alltäglich zu dem Waldteich gepilgert war, da stürzte ein Blutstrom aus ihrem Mund und bereitete ihrem erfüllten Leben ein Ende. Ihre Seele hatte sich emporgeschwungen, zu Gott.

Heute ist dieser Teich, der mitten in dichtem Walde liegt, gut zugänglich. Ein Waldweg führt vorbei und die Selketalbahn fährt an seinem Ufer entlang.

Dies war zu  jener Zeit, nach der Gründung des Gernröder Stifts um 963, ganz anders. Kaum jemand verirrte sich in diese schwerzugängliche Gegend. Damals sprach es sich herum, dass die hohe, vielgeliebte Äbtissin Hathui diesen Teich als stillen Rückzugsort nutze. Der Teich entwickelte sich zum regionalen Wallfahrtsort, konnte man dort doch die fürstliche Frau mit dem guten Herzen, die den weltlichen Versuchungen entsagt hatte, antreffen. Jeder Kranke fand Trost und Hilfe bei dieser selbstlosen Gottesdienerin und wo sie Elend lindern konnte, da tat sie es.

Eines Tages wurde Hathui krank und musste das Bett hüten. Da trat eine Nonne ein und berichtete ihr von einer schwerkranken Frau, die dem Tode nah sei und sich nach der Äbtissin sehne. Da wurde es der kranken Hathui Bange. Sie dachte daran, wie nötig sie sei am Bett der Ärmsten, die sündenbeladen durchs Leben gegangen war und nun keine Ruhe fand, trotz Beichte und Abendmahl. Es hielt sie nicht länger im Bett. Sie stand auf, kleidete sich warm an und eilte zur Hütte der Kranken, so schnell es ihre geschwächten Beine hergaben.

Mit ihren Gebeten und ihrer unerschütterlichen Zuversicht gelang es ihr, die Kranke zu trösten und sie auf den bevorstehenden Tod vorzubereiten. Und als sie gegen Morgen in Hathuis Armen gestorben war, schlich die kranke Äbtissin zurück auf ihr Lager. Fieberschauer schüttelten sie und schwarze Schatten legten sich über ihre Augen. Mit unerschütterlichem Glauben eilte ihre Seele dem Himmel entgegen. Es war gegen Mittag, die Stunde, in der sie sonst alltäglich zu dem Waldteich gepilgert war, da stürzte ein Blutstrom aus ihrem Mund und bereitete ihrem erfüllten Leben ein Ende. Ihre Seele hatte sich emporgeschwungen, zu Gott.

Im tiefen Wald, an Hathuis Lieblingsstätte, dem Teich, weilten indes Arme, Geschundene und Krüppel. Denen hatte sie sonst immer Gaben mitgebracht und ihre Wunden versorgt. An jenem Tag, zu jener Stunde, war alles anders. Mit Staunen sahen die Teichpilger, wie sich plötzlich das Wasser blutrot färbte und unheilvoll aufschäumte. Dann wurde es wieder blasser und blasser, leuchtete grün auf und bekam zuletzt seine alte Farbe wieder und war still.

Der Teich wurde von diesem Tag an „Heiliger Teich“ genannt.


gezeichnet von Lisa Berg

 
Sagen, Mythen und Legenden aus dem Harz, Bd. 2
Bernd Sternal (Autor), Lisa Berg (Autor + Zeichnungen)
Sagen, Mythen und Legenden - Band 2Mythen, Sagen und Legenden prägen den Harz wie kaum etwas anderes, wir begegnen ihnen auf Schritt und Tritt. Sie berichten von geschichtlichen Ereignissen oder einfach nur vom Leben der Menschen. Sie entstanden zu Zeiten, wo Schreiben und Lesen Adel und Kirche vorbehalten waren. Darum wurden sie mündlich überliefert, von Generation zu Generation.

Wir haben sie gesammelt, ihnen ein modernes Kleid geschneidert und sie farbig illustriert. Um sie zu erhalten und weiter zu überliefern, denn leider sind Erzählstunden nicht mehr all zu modern. Vielleicht gefallen ihnen ja unsere Harzer „Geschichten“ aus alter Zeit und sie erzählen sie ihren Kindern und Enkeln weiter?

Gebundene Ausgabe: 29,90 €
144 Seiten mit 42 farbigen Illustrationen

Taschenbuch: 14,99 €
144 Seiten mit 42 schwarz-weiß Illustrationen

 
 
 
   

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