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Das Mittelalter war eine grausame Zeit. Nicht nur die Kreuzzüge, die ständigen Kriege und Fehden sowie die Hexenprozesse prägten es, sondern auch die zahlreichen grausamen Ritualhandlungen waren allgegenwärtig.

Wurde eine Burg errichtet, so war Usus ein Kind zu opfern und in die Burgmauern einzusargen. Dieses Ritual sollte die Burg schützen, sie uneinnehmbar machen – unabhängig von Not und Ungeschick.

Vor vielen hundert Jahren, als die Plesseburg hoch über dem Leinetal errichtet wurde, war der Burgherr auf der Suche nach einem Kind, dass diesem Ritual geopfert werden sollte. Der Edelherr, der von Höckelheim herüber gekommen war, ließ überall in den Dörfern seines kleinen Landes ausrufen, dass Eltern gesucht würden, die ihr Kind gegen gutes Geld für diesen notwendigen Vorgang hergeben würden.

Es dauerte lange, bis sich endlich eine arme Frau aus Reyershausen fand, die bereit war für 300 Pfennig ihr taubstummes Kind als Opfer herzugeben. Dieses arme Kind, das weder hören noch sprechen konnte, erbarmte den Baumeister, der den kleinen Sarg in die Mauer des Mitteltores einließ. Weinend flüsterte er bei seiner grausamen Arbeit vor sich hin: „Was ist süßer als Honig? Und was ist weicher als ein Kissen? Ach, was ist härter als Stein?“

Da regte sich etwas in dem kleinen, verschlossenen Sarg und flüsterte mit gequälter Stimme: „Süßer als Honig ist der Kuss einer Mutter! Und weicher als jedes Kissen ist der Schoß einer Mutter! Doch – härter als Stein ist das Herz meiner Mutter!“

Dem Baumeister verschlug’s das Wort, doch nicht das Herz. Er eilte sofort zu seinem Herrn, berichtete ihm von dem Erlebnis und bat ihn das Kind nicht in die Burgmauer einmauern zu müssen. Er meinte, man solle das Kind liebevollen Menschen drunten in Eddigehausen geben.

Der edle Herr von Höckelheim, der sich später nach der Plesseburg benannte, nickte voller Zustimmung. Außerdem verfügte er, dass ein totes Kind eingemauert werden sollte. Und so geschah es dann, wie die Sage berichtet. Im 17.Jahrhundert fand man ein Kinderskelett in einem bleiernen Sarg im Mitteltor der Burg Plesse.


 

 
Sagen, Mythen und Legenden aus dem Harz, Bd. 5
Bernd Sternal (Autor), verschiedene Illustratoren

Dieser Band ist in Vorbereitung!

 
 
 
   

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