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Die alte Kaiserstadt Quedlinburg hat viele Sehenswürdigkeiten. Darunter ist eine ganz außergewöhnliche, ein großer, massiver, hölzerner Käfig, gebaut und gezimmert wie für die Ewigkeit. Der Holzkäfig ist mit einer kleinen, schmalen Tür versehen, durch die sich ein Mensch nur mit großer Not zwängen kann.

Im 14.Jahrhundert war Graf Albrecht von Regenstein Schutzvogt von Quedlinburg. Die Stadt zählte damals zu den reichen und blühenden und gehörte dem mächtigen Deutschen Hansebund an. Graf Albrecht stammte aus einem alten Grafengeschlecht und war es gewohnt seinen Willen zu bekommen oder durchzusetzen und sein Machtwille war unbeugsam, was den stolzen Quedlinburger Bürgern missfiel. Sie wurden der Herrschaft dieses Tyrannen, ihres Schirmherren überdrüssig. Sie bezeichneten ihn als Raubgrafen, nicht weil er Räuber und Wegelagerer war, wie es damals viele gab, sondern weil er ihnen immer neue Steuern abpresste. Es dauerte nicht lange und es kam zu offenen Feindseligkeiten.

Da bezog auch der Bischof von Halberstadt Partei und schlug sich auf die Seite der Quedlinburger. Es kam zu zahlreichen Kämpfen, so in der Neustadt und bei der Gersdorfer Burg, die alle die Quedlinburger Truppen für sich entscheiden konnten. Aber Graf Albrecht konnte zuletzt entkommen und floh Richtung Wipertikloster. Die Quedlinburger Truppen verfolgten ihn aber und als er dort am Hakelteich mit seinem Pferd ins Straucheln kam, war es um den Grafen geschehen. Er wurde gefangen genommen und im Triumph in die Stadt gebracht. Vorsorglich hatten die Quedlinburger einen mächtigen, hölzernen Käfig bauen lassen, damit der verhasste Graf, wenn man ihm denn habhaft werden würde, nicht entkommen. 

Grafik von Lisa Berg

Nun sperrte man ihn in diesen Käfig und fesselte ihn zusätzlich an Händen und Füßen. Aber der Graf war zu stolz, um die Forderungen der Stadt anzunehmen. Höhnisch blickte er auf die Quedlinburger herab und nannte sie Krämervolk und Bürgerpack. Dann wurde er zum Tode durch das Schwert verurteilt. Da bekam er einen Sinneswandel, denn leben wollte er.

Graf Albrecht verpflichtete sich für immer, für sich und seine Nachkommen, auf sein Recht als Schirmvogt zu verzichten und außerdem auf seine Kosten die zerstörte Stadtmauer wieder zu errichten. Dafür wurde er begnadigt. Frei gelassen wurde er aber erst nach zwanzig Monaten, denn die Quedlinburger bestanden darauf, dass er außer der Reparatur der Stadtmauer auch sieben neue Wachtürme errichten lassen musste.

Den gewaltigen, hölzernen Käfig nannte man fortan den „Raubgrafenkasten“ und der ist bis heute erhalten und kann von allen im Quedlinburger Schlossmuseum besichtigt werden. Es heißt, manchmal spukt der Graf noch in seinem ehemaligen Verlies, dass wird aber wohl nicht zu den Museumsöffnungszeiten sein, eher um Mittenacht!


gezeichnet von Lisa Berg

 
Sagen, Mythen und Legenden aus dem Harz, Bd. 4
Bernd Sternal (Autor), Lisa Berg (Autor + Zeichnungen)
Sagen, Mythen und Legenden - Band 4Unser vierter Band schließt nahtlos an die Sagen, Mythen und Legenden der drei vorherigen Bände an. Es ist schon erstaunlich, wie viele dieser literarischen Relikte die Zeit überdauert haben. Das zeugt davon, wie wichtig es den Menschen in alter Zeit war, diese „Geschichten“ für ihre Nachwelt zu erhalten. Heute, in unserem Informationszeitalter, ist es eher unüblich noch Geschichten zu erzählen oder vorzulesen. Daher sind viele der alten Überlieferungen auch weitgehend in Vergessenheit geraten. In diesem und den noch folgenden Bänden werden wir sie wieder zum Leben erwecken – natürlich wie gewohnt, mit wunderschönen Zeichnungen von Lisa Berg. Übrigens, zahlreiche dieser Harzer Sagen, Mythen und Legenden waren auch Inspiration für einige bekannte Volksmärchenautoren wie die Brüder Grimm, Ludwig Bechstein, Ernst Moritz Arndt und Hans Christian Andersen.
Gebundene Ausgabe: 29,99 €
144 Seiten mit 56 farbigen Illustrationen

Taschenbuch: 14,99 €
144 Seiten mit 56 schwarz-weiß Illustrationen

 
 
   

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