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Agnes, die Gemahlin von Kaiser Heinrich III., war eine große Schönheit. Nach ihrem frühen Tod war Heinrich untröstlich. Heinrich hatte aber eine Tochter, die an Schönheit ihrer Mutter nicht nachstand.

Nachdem sich sein Schmerz etwas gelegt hatte, setzte sich der Kaiser in den Kopf, seine eigene Tochter zu heiraten. Als er der Prinzessin sein sündhaftes Verlangen kundgetan hatte, war die arg verzweifelt. Sie war ein gottesfürchtiges Mädchen und so verweigerte sie sich ihrem Vater, dem Kaiser. Der wollte aber nicht von seinem Vorhaben ablassen und befahl die Hochzeit. In der Nacht vor der Hochzeit wusste die Prinzessin sich nicht mehr zu helfen und sie rief in ihrer Kammer die Mutter Maria inbrünstig um Hilfe an. Und siehe, sie erschien und fragte die Prinzessin nach ihrem Begehr. „Ach, nimm mir lieber meine Schönheit, eh‘ dass ich diese Sünde tun muss“.

Nach dem Aufstehen am nächsten Morgen, sah sie in den Spiegel und erkannte sich selbst nicht mehr, so hässlich war sie geworden. Und als sie ihrem Vater beim Morgenmahl begegnete, will der seinen Augen nicht trauen. Wer ist dieses hässliche Mädchen, fragt er sich, bis er sie dann doch erkannte. Da ward er ganz fürchterlich zornig und wollte seine Tochter hinrichten lassen. Aber seine Berater können ihn beschwichtigen.

Er aber wollte Genugtuung und gab der Prinzessin eine schwere Aufgabe auf: „Gut, wenn sie in acht Tagen ein Altartuch für den Dom fertigschafft, will ich sie wieder aufnehmen“. Die Prinzessin war zwar eine ausgezeichnete Weberin und Stickerin, aber die Aufgabe des Vaters war so schwer, dass sie wohl ein Jahr daran schaffen müsste. Alle Tiere, die es auf dem Erdboden gibt, sollten darauf zu sehen sein.
Was sollte sie also tun? Ihr wurde schon mal geholfen, warum nicht noch mal? Also rief sie wieder die heilige Mutter an, aber vergebens.

Zwei weitere Nächte versuchte sie es, aber die Heilige erschien nicht. In Ihrer Not wusste sie weder ein noch aus und rief nach Lucifer.     

Grafik von Lisa Berg

Der kam auch und fragte nach ihrem Begehr. Die Prinzessin erzählte ihm von ihrer Not und er versprach Hilfe. Als Gegenleistung aber wollte er ihre Seele. Aber sie erteilte ihm eine Abfuhr und sprach: „Nein, lieber will ich sterben“. Lucifer versprach aber am nächsten Abend wieder zu kommen. Und er kam wieder und die Prinzessin lehnte wieder ab.

Da sah Lucifer ein, dass er so nicht zum Ziel kam. Er machte dem Mädchen einen neuen Vorschlag. „Ich mache dir dein Altartuch. Aber erst am letzten Abend vor Ablauf deiner Zeit. Bist du dann wach, mach ich das Tuch und du bist frei. Schläfst du aber, so bist du mein“. Die Prinzessin willigte in den Pakt ein.
Sie arbeitete Tag und Nacht an dem Altartuch ohne müde zu werden und schaffte ein gutes Stück. Aber dann, am letzten Tag vor Ablauf ihrer Frist, zollte die Arbeit ihren Tribut, sie wurde unendlich müde.

Nun hatte die Kaisertochter aber ein kleines Hündchen, das sie Quedel genannt hatte. Und wie das bei kleinen Hunden so ist, Quedel wich niemals von ihrer Seite. Wenn die Prinzessin schlief, lag das Hündchen an ihrer Seite und wachte. So auch an jenem Abend, nachdem sie eingeschlummert war. Und als der Böse um Mitternacht erschien und die Treppe zu ihren Gemächern hochstapfte, hörte Quedel ihn kommen und gab Laut. Die Prinzessin erschreckte und erwachte und Lucifer erkannte seine Niederlage. Teufelswütend griff er sich das Hündchen und schleuderte es gegen die Wand. Quedel war sofort tot, aber Lucifer hatte seine Wette verloren. Er vollendete das Altartuch und verschwand für immer.

Die Prinzessin beschloss, Jungfrau zu bleiben und ihr Leben Gott zu widmen. Sie gründete ein Stift und eine Abtei, welche sie ihrem Hündchen Quedel zum Gedenken Quedlinburg nannte. Den Kaiser nahm das alles sehr mit, er war von einem so großen Schmerz erfasst, dass er nicht mehr länger leben wollte. Er soll sich in den Sudmerberg bei Goslar verwünscht haben, wo er noch heute sitzt. Er wird erst wiederkehren, wenn Goslar einmal in großen Nöten ist oder wenn das Jüngste Gericht die Welt heimsucht, berichtet die Sage.

Eine andere Sage behauptet, Heinrich III. sitzt im Rammelsberg. Er habe vor seinem Tod drei Steine in die Stadtmauer Goslars einbauen lassen und dann verfügt: „Wenn die herausfallen, dann komme ich wieder!“. Aber niemand weiß, welche Steine das sind. Die alten Chronisten halten sich zu den Aussagen dieser Sage bedeckt.

Eine Chronik aus dem Jahr 1057 berichtet nur kurz über den Tod des Kaisers, und das Heinrich unkeusch war sowie große Schande über das Land gebracht hat, über die man nicht schreiben mag.

Und auch der sächsische Chronicon, Matthäus Dreßer, schrieb von einer großen Schande anno 1109, die der Kaiser begangen habe. Und dass die Kurfürsten den Kaiser deshalb absetzten und seinen Sohn Heinrich zum Kaiser erkoren.


gezeichnet von Lisa Berg

 
Sagen, Mythen und Legenden aus dem Harz, Bd. 1
Bernd Sternal (Autor), Lisa Berg (Autor + Zeichnungen)
Sagen, Mythen und Legenden - Band 1Mythen, Sagen und Legenden prägen den Harz wie kaum etwas anderes, wir begegnen ihnen auf Schritt und Tritt. Sie berichten von geschichtlichen Ereignissen oder einfach nur vom Leben der Menschen. Sie entstanden zu Zeiten, wo Schreiben und Lesen Adel und Kirche vorbehalten waren. Darum wurden sie mündlich überliefert, von Generation zu Generation.

Wir haben sie gesammelt, ihnen ein modernes Kleid geschneidert und sie farbig illustriert. Um sie zu erhalten und weiter zu überliefern, denn leider sind Erzählstunden nicht mehr all zu modern. Vielleicht gefallen ihnen ja unsere Harzer „Geschichten“ aus alter Zeit und sie erzählen sie ihren Kindern und Enkeln weiter?

Gebundene Ausgabe: 29,90 €
148 Seiten mit 59 farbigen Illustrationen

Taschenbuch: 14,99 €
148 Seiten mit 59 schwarz-weiß Illustrationen

 
 
   

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