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Zur Zeit der großen Völkerwanderung der germanischen Völker, gab es lange Zeit kriegerische Auseinandersetzungen zwischen den Thüringern und den Sachsen. Beide Völker waren zu jener Zeit noch Heiden und beide Völker begehrten das Harzgebirge für sich.

Im fünften Jahrhundert nach Christi-Geburt soll es dann gewesen sein, als Melverich, der mächtige König der Thüringer, zum Krieg gegen das Sachsenvolk auszog. Von Süden kam er über das Harzgebirge und traf dort, wo heute Wernigerode liegt, auf die sächsischen Heerscharen. Es kam zu einer gewaltigen Schlacht, in deren Verlauf sich die Sachsen als die stärkeren und tapferen Krieger erwiesen und ihre Feinde vernichtend schlugen. Die Thüringer mussten sich hinter das Harzgebirge zurückziehen und diese Grenze sollte für alle Zeit Bestand haben.

Grafik von Lisa BergNatürlich gab es bei den Sachsen riesigen Siegesjubel, im ganzen Sachsenland wurde eine Woche lang gefeiert. Einer wurde dabei besonders gepriesen und geehrt, es war ihr Heerführer Hatebold, der im Kampf mit den Thüringern immer in vorderer Reihe gestanden hatte, viele Feinde erschlug und seine eigenen Leute, wenn es Not tat, immer zu Hilfe kam. Daher gelobten ihm seine Mannen, ihm aus Dankbarkeit ein Burg zu bauen und er sollte sich den Burgenplatz selbst aussuchen.

Als Hatebold dann so auf die schroffen Harzberge schaute, fiel sein Blick auch auf eine mächtige Reihe Sandsteinfelsen im Vorland des Harzes.

Da rief er aus: „Da in de Rege (was Reihe bedeutet), in jene Rege-Steine lasst uns eine stolze Burg bauen, von der man stolz und weit ins Tal sehen kann!“. Und so geschah es! Man begann das Gestein auszuhöhlen und so Räume, Hallen und Gemächer zu schaffen und auch einen Keller und ein Burgverlies vergas man nicht. So schufen die Sachsen, ihres Heerführers Hatebold zu Ehren, eine uneinnehmbare Festung, die man Regenstein nannte. 


gezeichnet von Lisa Berg

 
Sagen, Mythen und Legenden aus dem Harz, Bd. 4
Bernd Sternal (Autor), Lisa Berg (Autor + Zeichnungen)
Sagen, Mythen und Legenden - Band 4Unser vierter Band schließt nahtlos an die Sagen, Mythen und Legenden der drei vorherigen Bände an. Es ist schon erstaunlich, wie viele dieser literarischen Relikte die Zeit überdauert haben. Das zeugt davon, wie wichtig es den Menschen in alter Zeit war, diese „Geschichten“ für ihre Nachwelt zu erhalten. Heute, in unserem Informationszeitalter, ist es eher unüblich noch Geschichten zu erzählen oder vorzulesen. Daher sind viele der alten Überlieferungen auch weitgehend in Vergessenheit geraten. In diesem und den noch folgenden Bänden werden wir sie wieder zum Leben erwecken – natürlich wie gewohnt, mit wunderschönen Zeichnungen von Lisa Berg. Übrigens, zahlreiche dieser Harzer Sagen, Mythen und Legenden waren auch Inspiration für einige bekannte Volksmärchenautoren wie die Brüder Grimm, Ludwig Bechstein, Ernst Moritz Arndt und Hans Christian Andersen.
Gebundene Ausgabe: 29,99 €
144 Seiten mit 56 farbigen Illustrationen

Taschenbuch: 14,99 €
144 Seiten mit 56 schwarz-weiß Illustrationen

 
 
   

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