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Zu Zeiten der ehrwürdigen Äbtissin Hathui weilten oftmals angesehene und mächtige Männer im Stift Gernrode. Zum Fest des heiligen Märtyrers Cyriakus, hatte sie einmal den Halberstädter Bischof Arnulf zum Gastmahl eingeladen. Arnulf war der Bruder von König Heinrich und zählte zu den mächtigsten Männern des jungen Reiches.

Grafik von Lisa BergNach der Messe verließ der Bischof die Kirche um einen Spaziergang zu machen. Dabei traf er einen Geistlichen, welcher einen Falken auf dem Arm sitzen hatte. Das ärgerte den Bischof mächtig, denn es war ein heidnischer Brauch. So nahm er den Schwerenöter beim Arm und führte ihn mit sich fort, nicht um ihn zu bestrafen, sondern um ihm in aller Stille sein frevelhaftes Tun zu erklären und ihm einen Verweis zu erteilen.

Das Gerücht hiervon machte schnell die Runde. Die Hofleute des Markgrafen Gero rotteten sich zusammen und deren Anführer Hugal ging zum Bischof, um ihn zu fragen, warum er seinen Herrn beschimpfe und demütige. Der Bischof rechtfertige sich, dass er in seinem Sprengel nur einen heidnischen Brauch untersagt habe, was seine Pflicht sei. Hugal wollte das aber nicht hinnehmen und forderte Genugtuung für seinen Herrn, was der Bischof ablehnte. Da ging Hugal zornig davon. Er brachte, ohne dass der Markgraf davon wusste, eine bewaffnete Mannschaft zusammen.

Als der Bischof sich eben zu Tische setzen wollte, sah er Hugals Mannen schon kommen. Da schlossen seine Leute das Haus von innen fest zu, damit die Gegner nicht so leicht zum Bischof vordringen konnten.

Hugals Mannen versuchten dann das Haus zu erstürmen. Da sagte man ihnen, dass der Bischof nicht drinnen sei und sie sich die Mühe sparen können. Er müsse sich wohl an einen anderen Ort geflüchtet haben. Sie suchten ihn dann überall im Kloster und in der Kirche, aber vergebens. Der Bischof hatte sich mit Gottes Fügung an einer Stelle verborgen, wo ihn niemand fand, er aber alles mit ansehen konnte. Die Wut der Klostermannen legte sich langsam und sie gingen ins Klosterwirtshaus und dann voll Verdruss nach Hause. Inzwischen hatte der Bischof einen Kurier entsandt, damit seine Soldaten kommen mögen. Am nächsten Tage trafen sie ein und geleiteten den Bischof unversehrt nach Halberstadt. Zuvor tröstete Arnulf die Äbtissin, die auf Grund der Vorkommnisse jämmerlich weinte.

Der Bischof berichtete seinem Bruder, König Heinrich, von der Freveltat der Gernröder Stiftsleute. Der befahl sofort, dass die Rebellen sich bei ihm einstellen. Markgraf Gero hatte erkannt, dass sein König sehr erbost war und versuchte ihn zu besänftigen. Der aber forderte Wiedergutmachung, sonst würde er den Rebellen kein Gehör schenken. Sie sollten zusammen 300 Pfund Silber an das Bistum bezahlen und die am meisten Schuldigen sollten dem Bischof außerdem Genugtuung leisten.

Die Einigkeit zwischen den beiden Parteien wurde wieder hergestellt. Der Entscheidungstermin wurde auf Ostern angesetzt. Beide Parteien trafen in der Domkirche in Halberstadt und Bischof Arnulf saß in seinem Bischofsstuhl und empfing den Markgrafen und seine Leute. Doch nur Gero konnte glaubhaft seine Unschuld beschwören. Seine Hofschranzen dagegen erschienen im Büßergewand (d.h. mit bloßem Haupte, barfuss, mit zerlumpter Kleidung und mit Ruten in den Händen) und unterstellten sich in die Hand des Bischofs. Den Rebellen legte der Bischof ein besonderes Fasten auf, in dem er sich offen lies, die Sünder noch schwerer zu bestrafen, falls sie sich neuer Missetaten schuldig machten. Damit war der Streit beigelegt, den von Bischof Dittmar von Merseburg bezeugt wurde.


gezeichnet von Lisa Berg

 
Sagen, Mythen und Legenden aus dem Harz, Bd. 2
Bernd Sternal (Autor), Lisa Berg (Autor + Zeichnungen)
Sagen, Mythen und Legenden - Band 2Mythen, Sagen und Legenden prägen den Harz wie kaum etwas anderes, wir begegnen ihnen auf Schritt und Tritt. Sie berichten von geschichtlichen Ereignissen oder einfach nur vom Leben der Menschen. Sie entstanden zu Zeiten, wo Schreiben und Lesen Adel und Kirche vorbehalten waren. Darum wurden sie mündlich überliefert, von Generation zu Generation.

Wir haben sie gesammelt, ihnen ein modernes Kleid geschneidert und sie farbig illustriert. Um sie zu erhalten und weiter zu überliefern, denn leider sind Erzählstunden nicht mehr all zu modern. Vielleicht gefallen ihnen ja unsere Harzer „Geschichten“ aus alter Zeit und sie erzählen sie ihren Kindern und Enkeln weiter?

Gebundene Ausgabe: 29,90 €
144 Seiten mit 42 farbigen Illustrationen

Taschenbuch: 14,99 €
144 Seiten mit 42 schwarz-weiß Illustrationen

 
 
 
   

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