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Vor langer Zeit wohnte im Ort Grund ein armer Bergmann. Schmalhans war bei ihm Küchenmeister, wie man zu sagen pflegt, wenn nur selten ein Stück Fleisch auf den Tisch kommt. Aber des Bergmanns Frau war auch sehr fleißig und arbeitete wo sie konnte. Und so kamen sie mit ihrer Familie halbwegs über die Runden. Aber dann wurde der Bergmann krank und auch seine Frau konnte nichts mehr dazu verdienen weil die Kinder noch so klein waren. Die Not war groß! Bald waren die letzten Vorräte verzehrt und auch der Winter stand vor der Tür. Es war eine harte Zeit für die arme Familie, die Kinder schrien vor Hunger, aber es war nichts mehr im Hause um den Hunger zu stillen.

Grafik von Lisa Berg„Ich will Tannzapfen für den Bäcker suchen“, sagte die Frau. „Dafür gibt er mir dann sicher etwas Brot“. Mit diesen Worten verließ sie das Haus und nahm ihren größten Korb mit. Auf dem Weg in den Wald gesellte sich ein kleiner, alter Herr zu ihr. Sie erzählte dem Fremden von der Krankheit ihres Mannes und von ihren Sorgen. Aber wie sie so suchte und schwätzte, waren heute nirgends im Wald Tannäpfel zu finden. Und die arme Frau machte sich Sorgen und bekam Angst und die Tränen liefen ihr über die Wangen. Als sie dem Alten Ihr Leid klagen wollte, dass sie keine Zapfen fand, merkte sie, dass der verschwunden war. Ihr war auf einmal, als kicherte er aus dem Gebüsch! Betrübt und verärgert ging sie weiter und auf einmal prasselte es überall und von allen Seiten kamen Tannzapfen von den Bäumen geflogen. Keiner der Zapfen traf aber die Frau, alle flogen direkt in ihren großen Korb.

Fröhlich und zufrieden nahm sie den Heimweg auf. Aber ihr Korb war sehr schwer, zu schwer. Und so dachte sie daran, einige Zapfen aus dem Korb zu nehmen und diese später abzuholen. Da kam gerade der alte Herr wieder des Weges und befahl ihr den vollen Korb nach Hause zu tragen und dabei weder zu rasten noch zu ruhen. „Ich bin der König Hübich!“ sagte der Kleine, „und ich befehle dir das, und wenn du zu viel hast, dann gib anderen armen Leuten von deinen Tannzapfen“.

Da lachte die Frau und meinte, die Anderen könnten sich selbst Zapfen suchen und sie schaffe das schon bis zur ihrer Hütte.

Ihr Korb muss wohl sehr, sehr schwer gewesen sein! Denn als sie in ihrer Hütte die Tannzapfen ausschüttete, waren die alle aus reinem Silber. Alle Not in der Bergmannshütte hatte von da an ein Ende. Und der Bergmann wurde vor lauter Glück gleich wieder gesund.

Die Familie war aber mildtätig und sorgte auch für andere arme Leute, denn sie hatte selbst gekostet, wie Armut schmeckt. 


gezeichnet von Lisa Berg

 
Sagen, Mythen und Legenden aus dem Harz, Bd. 2
Bernd Sternal (Autor), Lisa Berg (Autor + Zeichnungen)
Sagen, Mythen und Legenden - Band 2Mythen, Sagen und Legenden prägen den Harz wie kaum etwas anderes, wir begegnen ihnen auf Schritt und Tritt. Sie berichten von geschichtlichen Ereignissen oder einfach nur vom Leben der Menschen. Sie entstanden zu Zeiten, wo Schreiben und Lesen Adel und Kirche vorbehalten waren. Darum wurden sie mündlich überliefert, von Generation zu Generation.

Wir haben sie gesammelt, ihnen ein modernes Kleid geschneidert und sie farbig illustriert. Um sie zu erhalten und weiter zu überliefern, denn leider sind Erzählstunden nicht mehr all zu modern. Vielleicht gefallen ihnen ja unsere Harzer „Geschichten“ aus alter Zeit und sie erzählen sie ihren Kindern und Enkeln weiter?

Gebundene Ausgabe: 29,90 €
144 Seiten mit 42 farbigen Illustrationen

Taschenbuch: 14,99 €
144 Seiten mit 42 schwarz-weiß Illustrationen

 
 
 
   

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