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Nahe dem Dorf Dorste liegen die Hüttenberge, in denen vor sehr langer Zeit ein Zwergenkönig mit seinem Volk lebte. Das Zwergenvolk aber war den Menschen nicht, wie anderorts, wohlgesonnen und hilfsbereit. Im Gegenteil, es bereitete ihnen Spaß die Menschen zu ärgern, sie zu ängstigen oder ihnen zu schaden. Gern raubten sie junge Mädchen und kleine Kinder und allzu gern plünderten sie die Felder der Bauern und richteten dabei großen Schaden an.

Grafik von Lisa BergEinstmals hatte ein Bauer in der Nähe des Hüttenberges ein schönes Erbsenfeld, das er täglich mit Freude betrachtete und sich schon auf die reiche Ernte freute. Als aber die Erbsen zu reifen begannen, sah er mit Erstaunen, dass seine Schoten heimlich gepflückt und die Pflanzen niedergetreten waren. Trotz aller Wachsamkeit konnte er keinen Täter entdecken. Da klagte er seinem alten Nachbarn sein Leid und der wusste auch einen guten Rat.

Der Alte war der Meinung, dass die Zwerge ihre Hände im Spiel hätten und sagte zu ihm: „Nimm deine Knechte, schneidet lange Weidenruten und geht damit übers Erbsenfeld, indem ihr mit den Ruten übers Feld schlagt. Die kleinen Wichte tragen Tarnhappen, damit sie nicht gesehen werden. Wenn ihr ihnen aber mit den Ruten die Kappen vom Kopf schlagt, so könnt ihr sie sehen und fangen.“.

Der Bauer nahm den wohlgemeinten Rat an. Leise schlich er sich mit seinen Knechten zum Erbsenfeld, bewaffnet mit langen Weidenruten. Dort angekommen hörten sie es zwischen den Pflanzen seltsam rauschen und es machte den Anschein als wenn darin gewirtschaftet wurde. Sogleich fingen der Bauer und seine Leute an, mit ihren Ruten über das Feld hin und her, kreuz und quer zuschlagen.

Und siehe da, plötzlich stand ein alter Zwerg vor ihnen. Bevor der seine Tarnkappe wieder aufsetzten konnte hatte ihn der Bauer ergriffen. Da flehte der Kleine, weinte und jammerte und sagte: „Bitte lasst mich los! Ich will dir auch einen ganzen Wagen voll Gold geben. Du musst nur vor Sonnenaufgang vor unserer Höhle sein.“.

Der Bauer glaubte dem Zwerg und ließ ihn laufen. Zuvor musste dieser ihm aber noch sagen, wo seine Höhle lag. Mitten in der Nacht spannte der Bauer dann seine Pferde vor den Wagen, um pünktlich an der benannten Stelle zu sein. Am Hüttenberg angekommen, hörte er im Bergesinneren lautes jauchzen und dann eine Stimme die rief: „Das ist gut, das ist gut, dass der Bauer nicht weiß, dass die Sonne schon nach zwölf aufgeht.“ Da klopfte der Bauer mit seinem Peitschenstiel kräftig an den Berg. Urplötzlich wurde es still im Berg und der Berg öffnete sich. Dann stand der alte Zwerg vor dem Bauern und wies auf ein totes Pferd, welches neben ihm lag und sagte mürrisch: „Das nimm mit, mehr habe ich nicht!“. Und schon war er wieder verschwunden. Der Bauer war sehr erbost, aber was nützte das? Damit er nicht mit leerem Wagen heimkommen würde, wollte er wenigstens für seine Hunde ein Stück Fleisch mitnehmen. So trennte er vom toten Pferd ein großes Stück ab und warf es missmutig auf seinen Wagen. Dann fuhr er zurück auf seinen Hof.

Als er dort angekommen war und das Pferdefleisch von Wagen nehmen wollte, war das zu purem Gold geworden. Da schwang er sich wieder auf seinen Wagen und führ zurück zur Höhle, um den Rest zu holen. Aber Höhle und Pferd waren verschwunden und auch Zwerge hat man seitdem nie wieder gesehen. 


gezeichnet von Lisa Berg

 
Sagen, Mythen und Legenden aus dem Harz, Bd. 4
Bernd Sternal (Autor), Lisa Berg (Autor + Zeichnungen)
Sagen, Mythen und Legenden - Band 4Unser vierter Band schließt nahtlos an die Sagen, Mythen und Legenden der drei vorherigen Bände an. Es ist schon erstaunlich, wie viele dieser literarischen Relikte die Zeit überdauert haben. Das zeugt davon, wie wichtig es den Menschen in alter Zeit war, diese „Geschichten“ für ihre Nachwelt zu erhalten. Heute, in unserem Informationszeitalter, ist es eher unüblich noch Geschichten zu erzählen oder vorzulesen. Daher sind viele der alten Überlieferungen auch weitgehend in Vergessenheit geraten. In diesem und den noch folgenden Bänden werden wir sie wieder zum Leben erwecken – natürlich wie gewohnt, mit wunderschönen Zeichnungen von Lisa Berg. Übrigens, zahlreiche dieser Harzer Sagen, Mythen und Legenden waren auch Inspiration für einige bekannte Volksmärchenautoren wie die Brüder Grimm, Ludwig Bechstein, Ernst Moritz Arndt und Hans Christian Andersen.
Gebundene Ausgabe: 29,99 €
144 Seiten mit 56 farbigen Illustrationen

Taschenbuch: 14,99 €
144 Seiten mit 56 schwarz-weiß Illustrationen

 
 
   

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