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Es lebte einst im Harz ein Schmied, dessen Frau bei den Leuten in Verdacht stand, eine Hexe zu sein. Mehrfach hatte man dem Schmied gewarnt, dass seine Frau eine Hexe sei, aber er wollte es nicht glauben. Schließlich beschloss er doch, sich selbst ein Bild zu machen.

Als nun der letzte Apriltag gekommen war und die Walpurgisnacht vor der Tür stand, ging er die Sache an. Er sagte zu seiner Frau, er wolle in der Nacht ein besonderes Stück schmieden, wobei sie ihm helfen müsse. Diese aber weigerte sich. Sie sagte, sie habe den ganzen Tag hart gearbeitet und sei nun müde und müsse schlafen. Doch das ließ der Schmied nicht gelten und sie musste wider ihren Willen die ganze Nacht den Blasebalg treten.

Grafik gezeichnet von Maria Krusch

So arbeiteten sie eifrig bis gegen 11 Uhr. Da erklärte die Frau, dass sie nun nicht mehr könne, der Schmied aber ließ sie nicht gehen. Als nun die Glocke 11 Uhr schlug, da schlief die Frau ein. Das aber wollte der Mann nicht hinnehmen und gab der schlafenden Frau eine Ohrfeige. Doch siehe – es war nur noch eine Strohpuppe, die er geohrfeigt hatte. Seine Frau war fort und wurde auch nie wieder gesehen.


gezeichnet von Maria Krusch

 
Sagen, Mythen und Legenden aus dem Harz, Bd. 5
Bernd Sternal (Autor), verschiedene Illustratoren

Dieser Band ist in Vorbereitung!

 
 
 
   

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