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Einst bummelte der Teufel durch den Harzwald, da kam er zu einer Köhlersiedlung bei Hasselfelde. Der Köhler arbeitete gerade an seinem Meiler, als ein Fremder ihn ansprach. Der Köhler blickte sich um und erkannte Satan sofort am Pferdefuß. Der meinte zum Köhler, dass er einen echt schweren Beruf habe, der sicher auch Schwielen an den Händen brächte. Schon wahr, meinte der Köhler, mit seinen Händen könne er schon ganz kräftige Ohrfeigen verteilen. Da lachte der Teufel, was das beträfe, da könne er sicher auch mithalten. Denn seine Hände sind auch nicht aus Samt und Seide.

Man kam zu der Vereinbarung, es auf eine Probe ankommen zu lassen. Der Köhler aber war nur zu dem Versuch bereit, wenn der Teufel auf eine Bedingung eingehen würde. Er forderte, dass dem Geschlagenen die Augen verbunden werden müssten, damit er nichts sehe und auch schön still halte. Und der Teufel sollte zuerst zuschlagen. So wurde es vereinbart!

Der Köhler bekam zuerst seine Ohrfeige, die saß und er schrie auf vor Schmerz. Er musste anerkennen, dass der Teufel einen Mordsschlag hatte. Dann nahm er die Augenbinde ab und setzte sie dem Teufel auf. Dann ergriff er seinen Hammer und schlug ihm mit aller Kraft hinter die Ohren. Der Teufel schrie auf, stürzte zu Boden und war von allen Sinnen. Als er sich etwas erholt hatte, gab er die Wette verloren und verschwand auf Nimmerwiedersehen aus dieser Region. Als der Köhler am nächsten Morgen sein Tagewerk beginnen wollte, war sein Köhlerhammer zu purem Gold geworden und er hatte fortan nie wieder Sorgen.  


 

 
Sagen, Mythen und Legenden aus dem Harz, Bd. 4
Bernd Sternal (Autor), Lisa Berg (Autor + Zeichnungen)
Sagen, Mythen und Legenden - Band 4Unser vierter Band schließt nahtlos an die Sagen, Mythen und Legenden der drei vorherigen Bände an. Es ist schon erstaunlich, wie viele dieser literarischen Relikte die Zeit überdauert haben. Das zeugt davon, wie wichtig es den Menschen in alter Zeit war, diese „Geschichten“ für ihre Nachwelt zu erhalten. Heute, in unserem Informationszeitalter, ist es eher unüblich noch Geschichten zu erzählen oder vorzulesen. Daher sind viele der alten Überlieferungen auch weitgehend in Vergessenheit geraten. In diesem und den noch folgenden Bänden werden wir sie wieder zum Leben erwecken – natürlich wie gewohnt, mit wunderschönen Zeichnungen von Lisa Berg. Übrigens, zahlreiche dieser Harzer Sagen, Mythen und Legenden waren auch Inspiration für einige bekannte Volksmärchenautoren wie die Brüder Grimm, Ludwig Bechstein, Ernst Moritz Arndt und Hans Christian Andersen.
Gebundene Ausgabe: 29,99 €
144 Seiten mit 56 farbigen Illustrationen

Taschenbuch: 14,99 €
144 Seiten mit 56 schwarz-weiß Illustrationen

 
 
   

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