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Titel

In einem Harzer Dorf lebte einmal ein Bräutigam, dessen Braut und Schwiegermutter waren Hexen. Als wieder der 1. Mai nahte, der Tag, an dem sich die Hexen auf dem Brocken versammelten, geschah etwas Seltsames. Der junge Mann sah, wie die beiden Frauen auf den Heuboden schlichen. Dort holten sie aus einem Versteck ein Flasche, schenkten sich ein Glas ein und tranken es – dann waren sie spurlos verschwunden.

Der Bräutigam der den Frauen nachgeschlichen war, hatte dies alles mit eigenen Augen gesehen. Da kam ihm der Gedanke, auch einmal den Zaubertrank zu probieren. Er nahm die Flasche aus dem Versteck, schenkte sich ein Glas ein und nippte daran. Ehe er wusste wie ihm geschah, befand er sich oben auf dem Brocken.

Staunend stand er da und sah wie der Teufel auf einem Felsen stand und die Hexen um ihn herum tanzten. Seine Braut und deren Mutter waren mitten darunter. Die Hexen feierten die ganze Nacht mit dem Teufel. Als sich die Nacht ihrem Ende näherte reichte der Teufel jeder Hexe ein Glas und forderte sie auf daraus zu trinken. Kaum war dies geschehen, flogen sie, wie ein aufgescheuchter Krähenschwarm, nach allen Windrichtungen auseinander.

Grafik von Lisa BergDer arme Bräutigam stand allein auf dem Brocken und fror jämmerlich. Er hatte keinen Zaubertrunk, den er hätte trinken können. So musste er sich zu Fuß auf den mühseligen Heimweg machen. Nach einem langen und beschwerlichen Fußmarsch kam er dann endlich wieder bei seiner Braut an. Diese und auch ihre Mutter waren sehr böse auf den jungen Mann. Sie schimpften ihn, sie belauscht zu haben und von ihrem Zaubertrunk probiert zu haben.

Sie gerieten so in Rage, dass sie ihn verwünschten und in einen Esel verwandelten. Der arme Bräutigam war nun in seiner Gestalt also ein Esel. Betrübt lief er los, trabte von Haus zu Haus und schrie wie ein richtiger Esel - I-A! Aus Erbarmen nahm sich ein Bergbauer seiner an, holte ihn in seinen Stall und gab ihm duftendes Heu. Aber der Esel, der keiner war, verschmähte die großzügige Gabe und wollte nichts fressen. Das erzürnte den Bauern dermaßen, dass er den Esel mit Schlägen traktierte und ihn wieder aus dem Stall jagte.

So irrte der unglückliche Bräutigam in Eselsgestalt lange umher. Dann stand er wieder vor der Tür seiner Braut und schrie ganz erbärmlich und Herz zerreißend I-A, I-A, I-A.

Da stand er nun, mit gesenktem Kopf und hängenden Ohren. Als ihn seine Braut so sah, bereute sie bitterlich, was sie ihm angetan hatte. „Gehe an die Kirchentüre“ sagte sie zu ihrem Bräutigam, der ja ein Esel war, „und wenn ein Kind getauft wird, lass dir das Taufwasser über den Rücken gießen, dann wirst du wieder in einen Menschen zurückverwandelt.“

Der Esel trabte los, um den Rat zu befolgen. Als am folgenden Sonntag eine Taufe in der Kirche stattgefunden hatte, stand er an der Kirchentür. Nach der Taufe kam der Küster mit dem Taufbecken aus der Kirche, um das Wasser auszuschütten. „Geh weg, alter Esel!“ schrie er, da ihm der Graue im Wege stand. Der Esel aber rührte sich nicht von der Stelle. Da nahm der verärgerte Küster das Taufbecken und schwapp – goss er dem Esel das Wasser über den Rücken. Im selben Moment war der Esel wieder erlöst – er war wieder ein Mann.

Trotz der schändlichen Behandlung, die er durch seine Hexenbraut erfahren hatte, ging er wieder zurück zu ihr. Sie entschuldigte sich und er verzieh ihr. Dann heirateten sie und waren lange glücklich und zufrieden.


gezeichnet von Lisa Berg

 
Sagen, Mythen und Legenden aus dem Harz, Bd. 5
Bernd Sternal (Autor), verschiedene Illustratoren

Dieser Band ist in Vorbereitung!

 
 
 
   

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