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Als im Dreißigjährigen Krieg wildes Kriegsvolk den Harz durchzog und alles ausplünderte, verbargen viele Bewohner des südöstlichen Harzes ihre Kleinodien und Ihr Gold und Silber auf der Questenburg. Nach Kriegsende wollten sie ihre kleinen Schätze wiederholen – aber sie fanden sie nicht mehr. Berggeister hatten sich der Edelmetalle bemächtigt und sie tief im Berg verborgen.

Eines Tages ging ein Questenberger singend und frohen Mutes zur Burg. Als er so durch die Trümmer der Burg wanderte, entdeckte er plötzlich im dichten Gebüsch den Eingang einer Höhle, den er zuvor noch nie bemerkt hatte. Nach einem kurzen Gebet trat er mutig ein. Hinab ging es, tiefer und tiefer und es wurde immer dunkler um ihn herum und ihm begann bange zu werden. Dann war es völlig dunkel und sein Herz begann ihm zu sagen: „Kehre um zum Licht!“. Da sah er ein helles Licht und eine weiße Gestallt stand vor ihm und schaute ihm in die Augen. Zitternd wollte er zum Ausgang zurück, da sah er einen riesigen Kessel voller blinkenden Goldes. Ein tiefer Seufzer entfuhr seiner Brust. Da sprach der Burggeist: „Nimm dir ein Stück! Aber nur eins und komm jeden Tag und hol dir eins, aber immer nur eins!“ Schnell steckte der Mann das Goldstück in seine Tasche und eilte dem Ausgang entgegen. Als er wieder im Tageslicht stand, prägte er sich die Stätte ein. Von da an kam er jeden Tag, um sich sein Goldstück zu holen.

Grafik von Lisa BergSchon bald stand an Stelle seiner armseligen Hütte ein prächtiges Haus. Er erwarb zahlreiche Äcker, kaufte sich reichlich Vieh und hatte immer die köstlichsten Speisen auf dem Feuer. Und wenn er sonntags in die Kirche ging, trug er ein edles Gewand und er hatte einen Gehstock mit goldenem Knauf. Nachbarn und Dorfbewohner flüsterten: „Woher er das alles nur hat? Das kann nicht mit rechten Dingen zugehen, doch unrecht Gut gedeiht nicht!“ Aber sie waren alle zu feige, es dem reichen Bauern ins Gesicht zu sagen.

Eines Abends fragte sich der reiche Bauer: „Warum nur will der Burggeist, dass ich jeden Tag auf die Burg steige und mir immer nur ein Goldstück mitnehme? Auch habe ich ihn all die lange Zeit nie wieder gesehen. Es kann ihm doch egal sein, ob ich ein oder zwei Stücke nehme!“ Am nächsten Morgen stieg er wieder in die Höhle und nahm diesmal zwei Goldstücke. Nichts geschah! Und auch der große Kessel blieb immer randvoll, obwohl er schon so manches Stück entnommen hatte.

 Am Abend lag der reiche Bauer wieder wach in seinem Bett! Seit er reich geworden war, konnte er aus Angst bestohlen zu werden nicht mehr richtig schlafen. Da ging ihm durch den Kopf: „Der Geist lacht mich wohl aus, wenn er mich jeden Morgen hinaufkeuchen hört, auf den Berg. Warte nur, morgen werde ich mit Säcken hinaufsteigen und so viel nehmen, dass ich genug habe, mein Leben lang.“ Bald schon stand er auf und beendete seine Nachtruhe. Er trug Säcke zusammen und machte sich beim ersten Hahnenschrei auf den Weg zur Höhle. Der Goldkessel stand wie immer an der gleichen Stelle. Mit beiden Händen greift der Gierhals in den Kessel und beginnt seinen größten Sack zu füllen.

Da plötzlich erbebte der ganze Berg. Gewaltige Donnerschläge ertönten und Feuerflammen schossen aus der Tiefe empor. Wie von unsichtbaren Händen gezogen, stürzte der Kessel mit dem Golde in die tiefsten Tiefen. Die Höhle füllte sich mit erstickendem Qualm und nur mit äußerster Mühe gelang es dem Mann, am ganzen Leibe zitternd, wieder den Höhlenausgang zu erreichen. Dort lag er wie zerschmettert auf der Wiese und konnte sich drei ganze Tage nicht erheben. Dann schaffte er den Weg nach Hause, aber er kehrte nie zurück, um nach den verborgenen Schätzen zu suchen. Die sollen noch heute dort verborgen liegen! Ob sie jemals einer finden wird?


gezeichnet von Lisa Berg

 
Sagen, Mythen und Legenden aus dem Harz, Bd. 4
Bernd Sternal (Autor), Lisa Berg (Autor + Zeichnungen)
Sagen, Mythen und Legenden - Band 4Unser vierter Band schließt nahtlos an die Sagen, Mythen und Legenden der drei vorherigen Bände an. Es ist schon erstaunlich, wie viele dieser literarischen Relikte die Zeit überdauert haben. Das zeugt davon, wie wichtig es den Menschen in alter Zeit war, diese „Geschichten“ für ihre Nachwelt zu erhalten. Heute, in unserem Informationszeitalter, ist es eher unüblich noch Geschichten zu erzählen oder vorzulesen. Daher sind viele der alten Überlieferungen auch weitgehend in Vergessenheit geraten. In diesem und den noch folgenden Bänden werden wir sie wieder zum Leben erwecken – natürlich wie gewohnt, mit wunderschönen Zeichnungen von Lisa Berg. Übrigens, zahlreiche dieser Harzer Sagen, Mythen und Legenden waren auch Inspiration für einige bekannte Volksmärchenautoren wie die Brüder Grimm, Ludwig Bechstein, Ernst Moritz Arndt und Hans Christian Andersen.
Gebundene Ausgabe: 29,99 €
144 Seiten mit 56 farbigen Illustrationen

Taschenbuch: 14,99 €
144 Seiten mit 56 schwarz-weiß Illustrationen

 
 
   

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