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Es lebte einmal ein Riese im Harz, der war so groß und gewaltig, dass aus seinen Fußstapfen Teiche wurden, in denen die die Menschen badeten. Und wenn der Riese lag und schlief, sahen die Menschen seinen Fuß als Berg an und kletterten daran empor.

Dieser Riese hieß Christophorus und war der größte Esser seiner Zeit. Am liebsten hielt er sich am Harzvorland auf, da gab es zum einen noch andere Riesen und jeder gesellt sich gern zu seinesgleichen und zum anderen gab es da gute Äcker mit vielen leckeren Feldfrüchten. Wenn er sich dann an einem Rübenfeld schadhaft hielt, brauchte der Bauer anschließend nicht mehr nach seinen Rüben schauen, die waren verputzt, mit Stumpf und Stiel.

Grafik von Lisa BergEinst hatte Christophorus auch Mahlzeit gehalten und sich dann zur Ruhe auf eine Wiese gelegt. Das soll da gewesen sein, wo später Goslar hin gebaut wurde. Als er so lag und schlief, kamen sechs Schneidergesellen des Weges und erzählten sich von ihren „Heldentaten“. Der erste erzählte er habe von seinem Meister Stoff für eine Weste mitgehen lassen. Da sagte ein anderer: „Das ist doch gar nichts, ich habe eine modefarbene Hose, gelb-grün gestreift, abgezweigt“. Der Dritte prahlte mit dem „geklemmten“ Stoff für seinen Jacke und der Vierte sogar mit einem ganzen Anzug. Und so ging das weiter mit der Prahlerei, wie sie ihre Meister übers Ohr gehauen hatten. Der Sechste aber zeigte, wie er komplett neu eingekleidet war und dazu noch einen ganzen Ballen feinen Stoffes hatte mitgehen lassen. Die Schneider johlten über ihre dummen Meister und die Flasche mit Gebranntem machte immer wieder die Runde. Und als sie leer war, packte sie die Müdigkeit.

Da waren sie soeben auf der Wiese angekommen, wo der Riese schlief. Der hatte seine Schwertscheide etwas abseits gelegt und die Schneider meinten eine Höhle gefunden zu haben. Sie kletterten in die Schwertscheide und machten sich aus dem Stoffballen des Sechsten (an die hundert Meter) ein Lager. Schon nach kurzer Zeit waren sie eingeschlafen und sie schnarchten, dass sich die Balken bogen, wie man sprichwörtlich sagt. Von diesem Geschnarche wachte der Riese auf und dachte, es sei ein Bienenschwarm in der Nähe. Er nahm sein Schwert, um die Bienen zu verscheuchen, aber da waren keine. „Na nu?“ rief er aus und wollte sein riesiges Schwert in die Scheide stecken. Aber das wollte nicht und klemmte, da schlug Christoporus drauf. Es quiekte kurz, als wenn eine Maus in die Falle gegangen wäre. Da zog der Riese sein Schwert wieder heraus und sah, dass er sechs Schneider aufgespießt hatte.

„Oh weh“, sagte Christophorus, „das tut mir aber leid. Na, aber es gibt ja noch mehr Schneider in der Welt“. Und als er losgehen wollte stutzte er. „Hei! Da ist ja ein schönes, neues und langes Stück Stoff“ dachte er. Und sprach zu sich: „Da werd ich mir eine Paar feine Fußlappen draus machen!“. Sagte es, riss den Stoff in der Mitte durch, wickelte sich die beiden Hälften um die Füße und marschierte los. Seitdem wurde er nie wieder im Harz gesehen. Er war wohl dann so gut zu Fuß, dass er in die weite Welt hinaus zog.    


gezeichnet von Lisa Berg

 
Sagen, Mythen und Legenden aus dem Harz, Bd. 2
Bernd Sternal (Autor), Lisa Berg (Autor + Zeichnungen)
Sagen, Mythen und Legenden - Band 2Mythen, Sagen und Legenden prägen den Harz wie kaum etwas anderes, wir begegnen ihnen auf Schritt und Tritt. Sie berichten von geschichtlichen Ereignissen oder einfach nur vom Leben der Menschen. Sie entstanden zu Zeiten, wo Schreiben und Lesen Adel und Kirche vorbehalten waren. Darum wurden sie mündlich überliefert, von Generation zu Generation.

Wir haben sie gesammelt, ihnen ein modernes Kleid geschneidert und sie farbig illustriert. Um sie zu erhalten und weiter zu überliefern, denn leider sind Erzählstunden nicht mehr all zu modern. Vielleicht gefallen ihnen ja unsere Harzer „Geschichten“ aus alter Zeit und sie erzählen sie ihren Kindern und Enkeln weiter?

Gebundene Ausgabe: 29,90 €
144 Seiten mit 42 farbigen Illustrationen

Taschenbuch: 14,99 €
144 Seiten mit 42 schwarz-weiß Illustrationen

 
 
 
   

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