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Titel

Vor langer Zeit gab es in Altenau einen Schustermeister namens Mengler. Der hatte im Nebenberuf die Aufgabe, in der Kirche zu Altenau die Glocken zu läuten und die große Turmuhr aufzuziehen. Eines Tages vergaß er die Uhr aufzuziehen, es fiel ihm erst am späten Abend auf. Er bekam Angst, die Uhr könnte stehen bleiben und das Versäumnis ihm diesen zusätzlichen Broterwerb kosten. So zog er sich an, nahm den Kirchenschlüssel und ging zur Kirche. Als er die Kirche aufschloss und die enge Turmtreppe hinaufstieg war es bereits kurz nach 11 Uhr. Er zog die Uhr auf, schloss die Uhrkammer und stieg die Treppe wieder hinab. Wie er nun auf der zweiten Hälfte der steilen Treppe war, sprang ihm plötzlich etwas auf den Rücken. Das unheimliche Wesen war groß wie ein Hund und es krallte sich mit Händen oder Füßen ordentlich auf seinem Rücken fest und fügte ihm heftige Schmerzen zu.

Nun hatte Schuster Mengler früher einmal gehört, dass man, wenn einen ein böser Geist anfällt, kräftig fluchen soll. Darum legte er mit allen möglichen kräftigen Flüchen los, die den bösen Geist von seinem Rücken lösen und vertreiben sollten. Im gleichen Augenblick schlug die Turmuhr Mitternacht: zwölf lange, laute Schläge.

In diesem Moment ließ das Untier ihn los und verschwand so plötzlich und spurlos, wie es erschienen war. Schnell eilte Mengler die steile Kirchentreppe hinunter und verließ die Kirche. Angst und Schmerz hatten ihm so zugesetzt, dass er nur noch mit Müh und Not sein zuhause erreichte. Auch konnte er kein Wort mehr sprechen, seit der letzte Fluch seinen Mund verlassen hatte.   

Grafik von Lisa Berg

Zuhause angekommen, legte er sich sogleich in sein Bett und ächzte vor sich hin. Seine Frau fragte ihn zwar, was ihm fehle, doch sie erhielt keine Antwort. Drei Tage hat er so gelegen und keiner konnte ihm helfen. Dann fand er ein klein wenig die Sprache wieder und erzählte seiner Frau mit leiser Stimme, was ihm widerfahren war. Das war über seine Kräfte gegangen – aus war‘s mit ihm – abends starb Schuster Mengler.

Als man ihn dann auszog um ihn zu waschen und das Sterbehemd anzuziehen, fand man auf beiden Schultern je einen großen schwarzen Handabdruck. Und die Finger jener Hand hatten sich tief in das Fleisch des Toten eingegraben.


gezeichnet von Lisa Berg

 
Sagen, Mythen und Legenden aus dem Harz, Bd. 4
Bernd Sternal (Autor), Lisa Berg (Autor + Zeichnungen)
Sagen, Mythen und Legenden - Band 4Unser vierter Band schließt nahtlos an die Sagen, Mythen und Legenden der drei vorherigen Bände an. Es ist schon erstaunlich, wie viele dieser literarischen Relikte die Zeit überdauert haben. Das zeugt davon, wie wichtig es den Menschen in alter Zeit war, diese „Geschichten“ für ihre Nachwelt zu erhalten. Heute, in unserem Informationszeitalter, ist es eher unüblich noch Geschichten zu erzählen oder vorzulesen. Daher sind viele der alten Überlieferungen auch weitgehend in Vergessenheit geraten. In diesem und den noch folgenden Bänden werden wir sie wieder zum Leben erwecken – natürlich wie gewohnt, mit wunderschönen Zeichnungen von Lisa Berg. Übrigens, zahlreiche dieser Harzer Sagen, Mythen und Legenden waren auch Inspiration für einige bekannte Volksmärchenautoren wie die Brüder Grimm, Ludwig Bechstein, Ernst Moritz Arndt und Hans Christian Andersen.
Gebundene Ausgabe: 29,99 €
144 Seiten mit 56 farbigen Illustrationen

Taschenbuch: 14,99 €
144 Seiten mit 56 schwarz-weiß Illustrationen

 
 
   

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