Sagen Startseite

SUCHMASCHINE

Neu! Venedigersagen
Der Jäger in der Altenau
Der Wirt von Bad Grund
Der Meisdorfer Förster in Venedig
Die Freikugel des Venezianers
Das Gold der Tidianshöhle
Der silberne Krug
Die Schätze vom Mönchsloch
Die Sage von der Schwendaer Frauenkirche
Die Venediger im Harz
Die blecherne Henne von Zellerfeld
Der Versuch aus Sand Gold zu schmelzen
 

Harzer Ortssagen
Geschichtssagen
Landschaftssagen
Bergmannssagen
Volksglaube
 

Harz - Urlaub
Flora und Fauna
Ausflugsziele
Highlights
Kultur
 
Impressum

Titel

Vor vielen, vielen Jahrhunderten kamen aus südlichen Ländern schwarzhaarige Männer, die über geheimes Wissen um Erze und Bergbau verfügten. Venezianer oder Venediger wurden diese unheimlichen Fremden im Harz genannt.

Dort wo Bergleute wohnen, leben auch viele seltsame und geheimnisvolle Geschichten, die von solcherlei Leuten berichten. Gar oft haben sie auch durch ihre Überlegenheit dem gutartigen, leichtgläubigen Harzer manchen Streich gespielt. Und nicht selten wird erzählt, dass die Venediger den Harz wieder reich beladen mit Schätzen verlassen haben.

Ein Schmied, der einmal am Brocken spazierte, begegnete zwei solchen Fremden, die ihn verhöhnten, wie wenig er und seine Landsleute von den Schätzen ihrer Heimat wüssten. Sie fragten ihn auch, ob er nicht mit nach Venedig wandern wolle. Dann schickten sie ihn Schnaps zu holen, den sie zu dritt als dann tranken. Müde und trunken schliefen die Männer ein. Beim Erwachen waren sie schon in Venedig.

Unserem Harzer Schmied aber gefiel es bald nicht mehr im fremden Land. Und so zog er nach Norden und gelangte erst nach vielen Jahren müde und arm, aber doch erlöst und glücklich in sein Heimatdorf Schierke zurück. Kaum angekommen, fand er im Wirtshaus eine laute, frohe Gesellschaft vor, zu der er sich niedersetzte.  

Grafik von Lisa Berg

Doch im gleichen Moment fährt ihm wie ein Blitz eine Erinnerung in sein Gedächtnis. Verstört springt er vom Schemel auf und murmelt Unverständliches, von einer Viertelstunde die ihm noch bleibt zum Leben, wenn keine Rettung erfolgt.

Er verlangt hastig ein luftdicht abzuschließendes Fass, kriecht hinein und lässt es zunageln. Da pfeift auch schon eine Gewehrkugel hinein in die Stube des Wirtshauses, jagt um das Fass herum, bis sie sich müde gelaufen hat.

Da kriecht der Schmied eilig heraus, lädt die Kugel in des Wirtes Gewehr, schießt sie wieder nach Venedig zurück und sagt: „Du sollst mich nicht töten, du bist schon selbst in einer Viertelstunde tot.".

Es muss wohl eine Teufelei im Spiele gewesen sein, dass er sich seiner Zeit hat mit den Fremden eingelassen. Man sollte sich eben nicht mit den verteufelten Fremden, die die Schätze der Heimat hinweg schleppen, auf einen gefahrvollen Handel einlassen. So kommt es, dass man die Heimat verliert und sie erst wieder finden muss.


gezeichnet von Lisa Berg

 
Sagen, Mythen und Legenden aus dem Harz, Bd. 1
Bernd Sternal (Autor), Lisa Berg (Autor + Zeichnungen)
Sagen, Mythen und Legenden - Band 1Mythen, Sagen und Legenden prägen den Harz wie kaum etwas anderes, wir begegnen ihnen auf Schritt und Tritt. Sie berichten von geschichtlichen Ereignissen oder einfach nur vom Leben der Menschen. Sie entstanden zu Zeiten, wo Schreiben und Lesen Adel und Kirche vorbehalten waren. Darum wurden sie mündlich überliefert, von Generation zu Generation.

Wir haben sie gesammelt, ihnen ein modernes Kleid geschneidert und sie farbig illustriert. Um sie zu erhalten und weiter zu überliefern, denn leider sind Erzählstunden nicht mehr all zu modern. Vielleicht gefallen ihnen ja unsere Harzer „Geschichten“ aus alter Zeit und sie erzählen sie ihren Kindern und Enkeln weiter?

Gebundene Ausgabe: 29,90 €
148 Seiten mit 59 farbigen Illustrationen

Taschenbuch: 14,99 €
148 Seiten mit 59 schwarz-weiß Illustrationen

 
 
   

Copyright by Sternal Media