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Da wo jetzt das Westerntor der alten Stadtmauer steht, befand sich vor uralten Zeiten eine Hütte. Weit und breit stand kein weiteres Haus, denn damals war ringsum überall noch Wald. In der einzelnen Hütte wohnten zwei Schwestern mit Namen Werni und Gerode.

Grafik von Lisa BergEines Tages gingen die beiden Schwestern Richtung Harberg in die Pilze, um sich eine Mahlzeit zu sammeln. Unvermutet fanden sie eine Stelle, wo sehr viele Butterpilze standen. Es waren so viele, dass die Schwestern sie nicht alle für ihre Mahlzeit verwerten konnten. Da kamen sie auf die Idee, die Pilze auszugraben, um sie an ihrer Hütte wieder einzupflanzen und später zu ernten. Bei dieser Arbeit stießen sie auf etwas Hartes im Boden. Sie gruben tiefer und fanden einen mächtigen Steintopf, der bis an den Rand mit Goldstücken gefüllt war.  

Groß war die Freude bei den beiden armen Schwestern und schnell gruben sie den Topf aus. Dann legten sie Pilze obendrauf, damit keiner der ihnen begegnete Verdacht schöpfen konnte. Der Topf, gefüllt mit Gold, war sehr schwer und nur mit äußerster Mühe brachten sie ihn nach Hause.  

Von da an, war es mit ihrer Ruhe vorbei! Immer waren sie in Angst, das Gold könnte ihnen gestohlen werden. Dann gingen sie zum Grafen und kauften ihm den Wald im weiten Umkreis ihre Hütte ab. Damit sie schon von weitem sehen konnten, wenn sich Fremde ihrer Hütte näherten, ließen sie den ganzen Wald roden. Aber es half ihrer Angst nicht ab. Da ließen sie das Westerntor bauen und verkauften das Land an Leute die sich ansiedeln wollten und denen sie vertrauten. Aber auch das half nicht, sie fanden ihre Ruhe nicht wieder. Jeden Tag fürchteten sie mehr und mehr, Räuber könnten kommen und sie bestehlen. Da entschlossen sie sich den hohen Turm auf das Westerntor bauen zu lassen und dort mit ihrem Gold einzuziehen. Sie lebten in solcher Angst, dass sie nie wieder vom Turm herunterkamen. Lebensmittel und Wasser zogen sie über eine Winde in Ihren Turm und ihre Abfälle ließen sie entsorgen. Dann sind die beiden Schwestern auch recht früh dort oben gestorben. Doch seit sie das Gold gefunden hatten, waren sie nie wieder glücklich gewesen.   

Den Flecken, auf dem das Westerntor und die angrenzenden Häuser standen, nannte man nach den Schwestern Werni und Gerode - Wernigerode.


gezeichnet von Lisa Berg

 
Sagen, Mythen und Legenden aus dem Harz, Bd. 4
Bernd Sternal (Autor), Lisa Berg (Autor + Zeichnungen)
Sagen, Mythen und Legenden - Band 4Unser vierter Band schließt nahtlos an die Sagen, Mythen und Legenden der drei vorherigen Bände an. Es ist schon erstaunlich, wie viele dieser literarischen Relikte die Zeit überdauert haben. Das zeugt davon, wie wichtig es den Menschen in alter Zeit war, diese „Geschichten“ für ihre Nachwelt zu erhalten. Heute, in unserem Informationszeitalter, ist es eher unüblich noch Geschichten zu erzählen oder vorzulesen. Daher sind viele der alten Überlieferungen auch weitgehend in Vergessenheit geraten. In diesem und den noch folgenden Bänden werden wir sie wieder zum Leben erwecken – natürlich wie gewohnt, mit wunderschönen Zeichnungen von Lisa Berg. Übrigens, zahlreiche dieser Harzer Sagen, Mythen und Legenden waren auch Inspiration für einige bekannte Volksmärchenautoren wie die Brüder Grimm, Ludwig Bechstein, Ernst Moritz Arndt und Hans Christian Andersen.
Gebundene Ausgabe: 29,99 €
144 Seiten mit 56 farbigen Illustrationen

Taschenbuch: 14,99 €
144 Seiten mit 56 schwarz-weiß Illustrationen

 
 
   

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