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Dicht neben der Lauenburg bei Stecklenberg, nur ein wenig tiefer als diese, liegt gleichfalls auf freier Bergeshöhe die Stecklenburg. Der Name derjenigen, welche sie zuerst besaßen, ist in den Wirren der Zeit verloren gegangen.

Wohl aber weiß man, dass die Burgherren von Stecklenburg dem Stift zu Quedlinburg zinspflichtig waren. Und dass sie als unpünktliche Zahler mit den Äbtissinnen in beständigem Streit lagen. Zu Anfang des drei-zehnten Jahrhunderts soll es gewesen sein, als sich der damalige Herr der Stecklenburg noch hartnäckiger als seine Vorgänger weigerte, den Zins zu entrichten, den der von den Damen zu Quedlinburg abgesandte Bote einzufordern kam.

Der gottesfürchtigen Burgfrau war diese Handlungsweise ihres Gatten nicht lieb, denn sie hielt es für die Pflicht des Ritters, seinen Teil zu der frommen Stiftung beizutragen. Mit freundlichen Worten stellte sie ihrem Eheliebsten sein Unrecht vor. Aber so gern er sonst ihrer Meinung folgte, in ihrem schlichten Sinn stets das Recht traf, so hörte er ihr dieses Mal nur schweigend zu, schüttelte aber dann den Kopf und beharrte auf seinem Willen.

Da wandten sich die Stiftsdamen hilfesuchend an den Bischof von Halberstadt und dieser belegte den Ritter von Stecklenburg mit dem Kirchenbann. Den trotzigen Burgherrn ließ der über ihn ausgesprochene Fluch ungerührt.

Umso schwerer aber bedrückte er seine Gattin, die hohe Ehrfurcht vor den mächtigen Dienern der Kirche hatte und um das ewige Seelenheil des Ritters bangte. Um ihn anderen Sinnes zu bekehren, bediente sie sich des Burgkaplans. Er sollte zu günstiger Stunde ihrem Gemahl ernstlich ins Gewissen reden und ihn mit den ewigen Strafen der Hölle, die sein Weib für ihn fürchtete, bedrohen.

Grafik von Lisa BergBei einem Gelage, als der Becher fröhlich kreiste und der Ritter in bester Stimmung war, hielt der Kaplan die Zeit zu einem guten Wort für geraten und versuchte mit all seiner Beredsamkeit den Irrenden von seinem Unrecht zu überzeugen. Aber der Ritter lachte nur über die an ihn gerichtete Rede, ja er spottete über den Bann, mit dem er belegt war und erhob schließlich seinen Humpen, um ihn auf die Gesundheit des Halberstädter Bischofs bis auf den letzten Tropfen zu leeren. Kaum hatte er den übermäßigen Trunk getan, sank er zu Boden. Die Strafe des Himmels für seinen Frevel hatte ihn ereilt.

Seine fromme Gemahlin, die verzweifelt an seiner Totenbahre stand, glaubte seine Schuld am besten sühnen zu können, wenn sie dem Stifte zu Quedlinburg die geforderte Summe mit Zins und Zinseszins bezahlte und viele Messen für den ewigen Frieden des geliebten Gatten lesen ließ.

Nachdem die Stecklenburg mehrere Male die Besitzer gewechselt hatte, kam sie in die Hände derer von Hoym. Einer aus diesem Geschlecht, dem die Ratsherren von Quedlinburg besonderer Hilfeleistungen halber zum Dank verpflichtet waren, erhielt von diesen das Vorrecht, aus den Stadtwaldungen am Ramberg, sich so viel Holz zu seinem Bedarf zu holen, als ein Esel tragen könne.

Täglich ging seitdem seine Frau, so oft als möglich, den Weg in den Stadtforst und kehrte so schwer beladen auf die Burg zurück, dass die weisen Herren zu Quedlinburg bald einsehen lernten, welches törichte Versprechen sie gegeben hatten. Um nicht zu noch größerem Schaden zu kommen, kauften sie das erteilte Recht wieder zurück. Und zwar für die jährliche Summe von zweihundert und vierzig Talern, die, wenn man den damaligen Wert des Holzes sowie den des Geldes berechnet, keinen sehr günstigen Begriff von der Bescheidenheit des Burgherren der Stecklenburg gibt.


gezeichnet von Lisa Berg

 
Sagen, Mythen und Legenden aus dem Harz, Bd. 1
Bernd Sternal (Autor), Lisa Berg (Autor + Zeichnungen)
Sagen, Mythen und Legenden - Band 1Mythen, Sagen und Legenden prägen den Harz wie kaum etwas anderes, wir begegnen ihnen auf Schritt und Tritt. Sie berichten von geschichtlichen Ereignissen oder einfach nur vom Leben der Menschen. Sie entstanden zu Zeiten, wo Schreiben und Lesen Adel und Kirche vorbehalten waren. Darum wurden sie mündlich überliefert, von Generation zu Generation.

Wir haben sie gesammelt, ihnen ein modernes Kleid geschneidert und sie farbig illustriert. Um sie zu erhalten und weiter zu überliefern, denn leider sind Erzählstunden nicht mehr all zu modern. Vielleicht gefallen ihnen ja unsere Harzer „Geschichten“ aus alter Zeit und sie erzählen sie ihren Kindern und Enkeln weiter?

Gebundene Ausgabe: 29,90 €
148 Seiten mit 59 farbigen Illustrationen

Taschenbuch: 14,99 €
148 Seiten mit 59 schwarz-weiß Illustrationen

 
 
   

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