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Am Fastnachtsdienstag haben die Bergleute das Bergdankfest gefeiert. In geschlossenem Zuge, unter Vorausmarsch ihrer eigenen Musikkapelle, ging es zum Gottesdienst, an dem keine Frau teilnehmen durfte. Denn ein alter Glaube sagte, dass so viele Bergleute im kommenden Jahr verunglücken werden, wie an diesem Tage Frauen beim Gottesdienst anwesend waren.

Nun ist der Bergbau in St. Andreasberg erst später begonnen worden als anderswo im Harz und lange nicht ergiebig gewesen, bis ein Bergmann aus dem Erzgebirge zuzog. Dieser Bergmann hatte den rechten Blick. Er fand am Beerberg eine reiche Silberader, die lange Zeit abgebaut werden konnte. Dieser Bergmann war auch Berggeschworener am Berggericht geworden.

Grafik von Lisa BergAlle Jahre nahm er mit Sohn und Schwiegersohn am Gottesdienst des Bergdankfestes teil. Seine Frau, die aus dem Eichsfeld stammte und keine Bergmannstochter war, hatte schon lange die Neugier geplagt, zu wissen, wie es bei dem Dankgottesdienst zugehe und was da wohl für Geheimnisse dabei seien. Doch allein traute sie sich nicht zum Gottesdienst zu gehen, aber endlich hatte sie dann Tochter und Schwiegertochter soweit und die drei Frauen schlichen sich durch die Tür der Sakristei auf die Orgelempore.

Der Organist winkte sie mit dem Kopf entsetzt zurück, aber sie huschten doch schnell bis an die Brüstung und sahen, wie der Pastor gerade seinen Segen erteilt.
Der Berggeschworene kniete neben seinen Söhnen. Da stieß ihn plötzlich jemand mit dem Fuße an und als er aufblickte, stand da, den anderen unsichtbar, der Bergmönch. Mit der einen Hand wehrte er den Segen des Pastors von ihm ab, mit der anderen wies er zürnenden Blickes in Richtung Orgelempore. Der Geschworene sah die drei Weiber und wusste, was sein Los war.

Er hat zuerst zu Hause nichts gesagt, doch dann hat er mit seinen Söhnen für drei Tage frei genommen. Er feierte, seines Schicksals gewiss, einen stillen Abschied mit seinen Söhnen. Auch hat er den Weibern ihre Neugier vorgehalten, ihnen aber vergeben.

Die Söhne und die Weiber haben zwar gemeint, es sei Aberglaube und es werde so schlimm nicht kommen. Schließlich haben sie gebetet und den Pfarrer gefragt. Es hat aber alles nichts genützt.

Als die drei eingefahren sind, ist die Fahrkunst zusammen gebrochen und danach der Berg über die drei Männer gestürzt. Die Silberader wurde nicht wieder gefunden. An diesem Tag wurde das Ende des erfolgreichen Bergbaus in St. Andreasberg eingeleitet.


gezeichnet von Lisa Berg

 
Sagen, Mythen und Legenden aus dem Harz, Bd. 1
Bernd Sternal (Autor), Lisa Berg (Autor + Zeichnungen)
Sagen, Mythen und Legenden - Band 1Mythen, Sagen und Legenden prägen den Harz wie kaum etwas anderes, wir begegnen ihnen auf Schritt und Tritt. Sie berichten von geschichtlichen Ereignissen oder einfach nur vom Leben der Menschen. Sie entstanden zu Zeiten, wo Schreiben und Lesen Adel und Kirche vorbehalten waren. Darum wurden sie mündlich überliefert, von Generation zu Generation.

Wir haben sie gesammelt, ihnen ein modernes Kleid geschneidert und sie farbig illustriert. Um sie zu erhalten und weiter zu überliefern, denn leider sind Erzählstunden nicht mehr all zu modern. Vielleicht gefallen ihnen ja unsere Harzer „Geschichten“ aus alter Zeit und sie erzählen sie ihren Kindern und Enkeln weiter?

Gebundene Ausgabe: 29,90 €
148 Seiten mit 59 farbigen Illustrationen

Taschenbuch: 14,99 €
148 Seiten mit 59 schwarz-weiß Illustrationen

 
 
   

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