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Titel

Zu Zeiten als die Grafen von Klettenberg noch Macht und Einfluss im Südharz hatten, lebte ein Graf aus jenem Geschlecht, der lieber in Ellrich wohnte als auf seiner Burg. Der Graf hatte eine liebreiche Tochter, die es liebte auf die Jagd zu reiten. Als sie wieder einmal in den Wäldern des Südharzes mit einer Jagdgesellschaft unterwegs war, verlor sie diese aus den Augen. Allein irrte sie in den Wäldern umher und der Tag begann zur Neige zu gehen. Grafik von Lisa Berg

Es wurde stockfinster im dichten Wald und die Grafentochter weinte vor Angst und Verzweiflung, denn es gab noch Bären, Wölfe und Luchse.  

Es war mucksmäuschenstill im Wald, da hörte das Mädchen in weiter Ferne den Klang von Glocken. Da fasste sie wieder Mut und ritt in die Richtung, aus der sie das Geläut vernommen hatte. Nichts konnte sie aufhalten, denn sie hatte sich die Richtung gut eingeprägt. Nach längerem Ritt, durch dichten Wald und Gestrüpp, war ihre Freude groß, als sie freies Feld erreichte. Dann erkannte sie in weiter Entfernung die schwachen Umrisse von Türmen und Mauern. Schnurstracks ritt sie darauf zu und als sie an einem der Tore angekommen war, rief sie laut ihr zu öffnen. Die Wächter hörten sie zwar, öffneten ihr aber das Tor nicht, denn die Stadtordnung verbot ihnen nachts Fremde einzulassen. Aber das Mädchen ließ nicht nach und rief und jammerte weiter. Da ließ sich ein Wächter erweichen und leuchtete mit seiner Lampe hinaus aus dem Tor und erkannte die Tochter seines Stadtherrn, des Grafen von Klettenberg. Die Grafentochter war gerettet!

Darüber freute sich auch der Graf mächtig, der schon in großer Sorge um seine geliebte Tochter gewesen war. Aus Dankbarkeit für diese Rettung gab der Graf der Kirche eine beträchtliche Summe Geld und bestimmte außerdem, dass von nun an jeden Abend um 8 Uhr die Glocken geläutet werden. So entstand der Brauch des Abendläutens.

Doch im Laufe der Zeit geriet diese Geschichte in Vergessenheit und man nannte das Abendläuten dann „Das Kinderglöckchen“. Bis heute ist es für viele das Zeichen, dass die Kinder nun endlich ins Bett gehören.


gezeichnet von Lisa Berg

 
Sagen, Mythen und Legenden aus dem Harz, Bd. 4
Bernd Sternal (Autor), Lisa Berg (Autor + Zeichnungen)
Sagen, Mythen und Legenden - Band 4Unser vierter Band schließt nahtlos an die Sagen, Mythen und Legenden der drei vorherigen Bände an. Es ist schon erstaunlich, wie viele dieser literarischen Relikte die Zeit überdauert haben. Das zeugt davon, wie wichtig es den Menschen in alter Zeit war, diese „Geschichten“ für ihre Nachwelt zu erhalten. Heute, in unserem Informationszeitalter, ist es eher unüblich noch Geschichten zu erzählen oder vorzulesen. Daher sind viele der alten Überlieferungen auch weitgehend in Vergessenheit geraten. In diesem und den noch folgenden Bänden werden wir sie wieder zum Leben erwecken – natürlich wie gewohnt, mit wunderschönen Zeichnungen von Lisa Berg. Übrigens, zahlreiche dieser Harzer Sagen, Mythen und Legenden waren auch Inspiration für einige bekannte Volksmärchenautoren wie die Brüder Grimm, Ludwig Bechstein, Ernst Moritz Arndt und Hans Christian Andersen.
Gebundene Ausgabe: 29,99 €
144 Seiten mit 56 farbigen Illustrationen

Taschenbuch: 14,99 €
144 Seiten mit 56 schwarz-weiß Illustrationen

 
 
   

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