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Titel

Wenn das Herbstwetter kommt, seine prasselnden Regenschauer gegen das Felsgestein wirft und mit Wucht an den alten Riesen des Waldes rüttelt, dann zieht das Wodansheer über die Harzberge. Grauenhafte, gespenstische Gestalten, von Nebel umwallt, jagen in lauter Hast vorüber, wie ein wilder schauriger Jagdzug.

Die Tutursel, ein für ihre Sünden gestraftes Weib, reitet voran. Dann folgt er selbst, der mächtige Gott, dessen Opferstätten einst in grauer Vorzeit rings auf den Bergen rauchten, der allgewaltige Wodan auf seinem sagenhaften Rosse Sleipnir. Vor ihm her fliegen seine zwei Raben, ihm zur Seite schreiten zwei furchterregende Wölfe. In bunter Reihe schließt sich sein Gefolge an. Mit dem Gekläff der Meute, mit dem Sausen der Speere und mit wildem Geschrei geht's dahin durch die bebenden, zitternden Lüfte. Immer vorwärts, immer weiter.

Grafik von Lisa Berg
Einer von denen, die mit ihm im Zug reiten, ist Hans Hackelberg, der wilde Jäger. Ende des 16. Ende Jahrhunderts lebte er als fürstlicher Oberjägermeister und gewaltiger Nimrod auf der Harzburg. Sein größtes Glück und seine einzige Lust war die Jagd und mit gleicher Begierde verfolgte er das Wild, ob nun den gefürchteten Eber oder den stolzen Hirsch. Er fragte nach nichts anderem in der Welt, weder nach Geld und Gut, nach Gott und Seligkeit, noch nach Leben und Sterben, so ganz erfüllte das Waidwerk sein Herz.

Da geschah es, dass er eines Nachts von einer großen Jagd träumte. In diesem Traum wurde er von den scharfen Hauern des mächtigen Keilers, den er schon lange versuchte zu erlegen, getroffen und tödlich verletzt. Seine Freunde, denen er den Traum erzählte, hielten ihn für ein böses Vorzeichen oder eine Warnung und wollten ihn von der Jagd zurückhalten. Er aber hörte weder auf ihre Worte, noch auf die mahnende Stimme seines Inneren, sondern ritt wie alle Tage aus, seinen schwarzborstigen Feind zu verfolgen. Als zur Abendstunde das Halali geblasen war, lag der verendete Eber zu Hackelbergs Füßen.

Stolz trat er, der Sieger des Kampes, auf den Nacken seiner Beute. Da raffte das sterbende Tier seine letzte Kraft zusammen und fuhr mit den scharfen Hauern tief in das Fleisch des Jägers, so dass auch dieser tödlich verwundet zu Boden sank. Als Hackelberg den Tod vor Augen sah, der ihn für immer von seinem größten Glück auf Erden trennen sollte, fluchte er laut und verwünschte diesen Tag. Weder von Himmelsfrieden, noch ewiger Seligkeit wollte er hören, nur jagen, jagen im grünen Revier bis zum jüngsten Tage.

Sein Wunsch sollte schrecklich in Erfüllung gehen. Mit dem Wodansheer muss er fortan über den Harzwald ziehen, ohne Rast, ohne Ruh, ohne Halali, bis in alle Ewigkeit.


gezeichnet von Lisa Berg

 
Sagen, Mythen und Legenden aus dem Harz, Bd. 1
Bernd Sternal (Autor), Lisa Berg (Autor + Zeichnungen)
Sagen, Mythen und Legenden - Band 1Mythen, Sagen und Legenden prägen den Harz wie kaum etwas anderes, wir begegnen ihnen auf Schritt und Tritt. Sie berichten von geschichtlichen Ereignissen oder einfach nur vom Leben der Menschen. Sie entstanden zu Zeiten, wo Schreiben und Lesen Adel und Kirche vorbehalten waren. Darum wurden sie mündlich überliefert, von Generation zu Generation.

Wir haben sie gesammelt, ihnen ein modernes Kleid geschneidert und sie farbig illustriert. Um sie zu erhalten und weiter zu überliefern, denn leider sind Erzählstunden nicht mehr all zu modern. Vielleicht gefallen ihnen ja unsere Harzer „Geschichten“ aus alter Zeit und sie erzählen sie ihren Kindern und Enkeln weiter?

Gebundene Ausgabe: 29,90 €
148 Seiten mit 59 farbigen Illustrationen

Taschenbuch: 14,99 €
148 Seiten mit 59 schwarz-weiß Illustrationen

 
 
   

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